Leitfaden

Kostenlose IP-Reputations- und Blacklist-Tools im Vergleich (2026)

AbuseIPDB, VirusTotal, IPQualityScore, GreyNoise, Spamhaus, Talos, MXToolbox, OTX und IP-DB: Gratis-Limits und welcher Dienst wofür passt.

IP-DB-Team 4 Min. Lesezeit 108× gelesen 0 Kommentare

Auf die Frage „Ist diese IP sicher?“ gibt es keine einzige richtige Quelle. Jeder Dienst sieht das Internet von einer anderen Stelle aus: Honeypots, Nutzermeldungen, Mailverkehr oder die Urteile von Sicherheitsherstellern. Dieser Artikel vergleicht die meistgenutzten kostenlosen Tools für IP-Reputation und Blacklists — Gratis-Limits, APIs und wofür sie sich eignen. Wir stehen selbst auf der Liste und beschreiben uns mit demselben Maßstab.

Auf einen Blick

DienstStärkeKostenloser ZugangAPI
IP-DB 46 offene Threat-Listen, DNSBL und Meldungen in einem Wert von 0–100 — mit Aufschlüsselung, VPN-/Tor-/Hosting-Typ und Abuse-Kontakt. Web unbegrenzt; API 1.000 pro Tag (10.000 mit bestätigter E-Mail); Blocklist-Feed für Firewalls REST, OpenAPI, MCP
AbuseIPDB Abuse-Meldungen einer großen Community und ein Konfidenzwert von 0–100. 1.000 Abfragen und Meldungen pro Tag REST
VirusTotal Urteile Dutzender Sicherheitshersteller zu IPs, Domains und Dateien auf einen Blick. Public API 500 Anfragen/Tag, 4/Minute; keine kommerzielle Nutzung REST
IPQualityScore Fraud-Score und Proxy-/VPN-Erkennung für Shops und Anmeldeformulare. 1.000 Abfragen pro Monat REST
GreyNoise Trennt das „Hintergrundrauschen“ internetweiter Scanner von gezielten Angriffen. Community: 50 Suchen pro Woche (API-Schlüssel nur mit Firmen-E-Mail) REST
Spamhaus Referenz für E-Mail-Blacklists (ZEN, SBL, XBL, PBL). Web-Abfrage kostenlos; DNSBL frei für geringes, nicht kommerzielles Volumen, darüber DQS DNS
Cisco Talos E-Mail- und Web-Reputation, die Cisco-Produkte nutzen. Web-Abfrage kostenlos Keine öffentliche API
MXToolbox Prüft eine Mailserver-IP gegen über 100 DNSBLs. Manuelle Prüfung kostenlos; Monitoring in Bezahlplänen REST (mit Konto)
AlienVault OTX Von der Community geteilte Bedrohungsindikatoren („Pulses“). Mit kostenlosem Konto REST

Limits wie von den Anbietern im September 2026 veröffentlicht; vor dem Produktiveinsatz die aktuellen Preisseiten prüfen.

Auswahl nach Aufgabe

Meine E-Mails kommen zurück: Steht mein Mailserver auf einer Blacklist?

Prüfen Sie die öffentliche IP, von der der Mailserver sendet, in DNSBLs. Die eigene Abfrageseite von Spamhaus ist die maßgebliche Antwort; MXToolbox und unser IP-Blacklist-Check fragen viele Listen auf einmal ab. Die Schritte zum Delisting stehen im Delisting-Leitfaden.

Ich will IPs sperren, die meinen Server angreifen

Dafür braucht es keine Einzelabfragen, sondern eine laufend aktualisierte Blocklist: der Klartext-Feed von IP-DB, Spamhaus DROP und die Blacklist von AbuseIPDB lassen sich direkt von Firewalls lesen. Einrichtung unter Integrationen.

Ich will Betrug bei Registrierung und Checkout senken

Hier lautet die Frage nicht „greift sie an?“, sondern „versteckt sie sich?“: Proxy-, VPN-, Tor- und Hosting-Erkennung stehen im Vordergrund. IPQualityScore ist darauf spezialisiert; unser IP-Fraud-Score liefert dieselben Signale kostenlos und mit Begründung.

Ich will im SOC einen Alarm schnell einordnen

VirusTotal zeigt Herstellerurteile, GreyNoise, ob die Adresse alle oder gezielt Sie scannt, AbuseIPDB und IP-DB, wer wann gemeldet hat. Zusammen decken sie gegenseitig ihre blinden Flecken ab.

Warum dieselbe IP bei verschiedenen Diensten verschieden bewertet wird

Jeder Dienst hat andere Quellen, Gewichte und Zeitfenster. Der eine betrachtet nur Meldungen der letzten 30 Tage, der andere zählt eine Listung von vor einem Jahr noch mit; der eine wertet zehn Einträge einer Quelle als zehn Belege, der andere als einen. 40 gegen 80 ist kein Widerspruch, sondern eine andere Kalibrierung. Unsere Formel ist offen: Wie IP-Reputationswerte entstehen.

Wo IP-DB steht

Ehrlich gesagt: Bei Community-Meldungen haben wir nicht das Volumen, das AbuseIPDB über Jahre gesammelt hat — unsere Stärken liegen woanders. Wir listen jede Quelle offen mit Lizenz und Aktualisierungszeit, zeigen getrennt, aus welchem Beleg der Wert stammt, entfernen tote Quellen automatisch, geben den Blocklist-Feed kostenlos ab und betreiben einen MCP-Server, an den sich Assistenten wie Claude oder ChatGPT direkt anbinden. Die Seite gibt es auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Spanisch.

Wir listen nicht nur: An die RDAP-Abuse-Kontakte der Netze mit hoch bewerteten Adressen schicken wir Meldungen und veröffentlichen jede Meldung samt Antwort des Betreibers. Den weiterverteilbaren Teil unserer Daten gibt es stündlich als kostenlosen Datensatz in CSV, JSON und MMDB. Für eigene Beobachtungen verteilen wir einen quelloffenen Honeypot-Sensor, den jeder mit einem Befehl installiert; Angreifer, die Sensoren verschiedener Nutzer bestätigen, kommen in den Pool.

Mehrere Quellen statt einer Abfrage

Bei schwer umkehrbaren Entscheidungen — eine Adresse sperren, einen Kunden ablehnen — sollten mindestens zwei unabhängige Quellen dasselbe sagen. Unser vollständiger IP-Bericht zeigt deshalb (wenn ein Schlüssel hinterlegt ist) auch den AbuseIPDB-Wert neben unserem.

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